hi,

unsere erste erfahrung im iran mit menschen war ein soldat, der uns dumm anmachte, weil wir seine grenze nicht bemerkt haben. dann schubste er moritz von einem stuhl auf dem er sich grad befand. alles recht rüpelhaft. ausserdem tragen die soldaten haargenau die gleiche kleidung wie ihre guten freunde die amis.

in zahedan haben wir im erstbesten hotel uebernachtet. die preise (9 euro pppn) haben uns erschreckt. in pak zahlten wir selten 9 euro für alle. in dem hotel arbeiteten irgendwie nur kinder. der chef, ein kleiner knirps war schon frech und lustig zugleich. wollte erst nur dollar, euro kannte er nicht, dann nach einem telefonat bot er mir 9000:1 an. als ich unzufrieden guckte (ich kannte ja den echten kurs nicht) tippte er 10000 auf den taschenrechner ein... hier geht alles mit zeichensprache, hier spricht keiner englisch so wie in indien oder pakistan. selbst aufm land in pak im kleinsten dorf fand sich immer ein ziemlich gut englisch sprechender freundlicher mensch. im iran können die selbst in grossen hotels oft kein wort englisch.
... ich tippte dann 12000 ein und irgendwie haben wir uns auf 11000 geeinigt. ein sehr guter kurs wie wir im nachhinein rausgefunden haben.
wie gesagt gab es in zahedan viele blumengschäfte, parks mit fontänen, kinder auf fullies, rollerblader usw... fast so wie bei uns.

das tanken hier ist eine wahre freude. 7-8 cent der liter. volltanken für genau 1 euro. dazu ist der sprit auch noch wesentlich klopffester als der in indien/pak. konnte sogar meine zündung nachstellen und nun fliegt die bullet wie ein geschoss. dazu noch ne grössere hauptdüse und die nadel umgehängt. jetzt klingelt sie selbst bei über 50 grad bergauf nicht mehr.
ich sollte dem patrick etwas von dem sprit hier mitbringen. dann wird er beim nächsten rennen bestimmt erster, und schrOEder kann einen sprit export aufmachen und es als hyper rennbenzin verchecken!

mit dem schlechtem sprit in pak konnte man bei gegenwind oder bergauf denken wir hätten keine bullet sondern eine klingel gekauft.

in grösseren städten gibt es sehr viel militärpräsenz. an jeder kreuzung stehen 2-3 soldaten. die scheinen auch recht viel angst vor unsren hubbraumstarken bikes zu haben. wenn die dich anhalten, dann haben die meist ihre maschinenpistole halb auf dich gerichtet und fuchteln damit rum, ziehen dir sofort den zündschlüssel ab damit man nicht abhauen kann. dazu sind die auch immer sehr pampig.
das kommt wohl vor den vielen hit and run anschläge in den 80ern. deswegen sind ja auch schnelle motorräder (zu denen zweifelsfrei die bullets gehören) im iran komplett verboten.
auf den ein und ausfallstrassen sind gibt es auch viele kontrollen. die ersten alle sehr unfreundlich, aber mittlerweile im landes innere werden sogar die soldaten etwas freundlicher. können sogar ab und zu mal hello sagen, die ganz klugen fragen sogar which country, einige kennen aber deutschland nicht...alleman auch nicht.

bei der letzten kontrolle bekamen wir sogar kaltes wasser angeboten, und irgendwelche knabberkerne. immerhin. und bei der kontrolle davor entdeckten sie unseren gelben knopf am leenker, drückten drauf und freuten sich total als die hupe sie erschreckt hat. der eine hat einen richtigen satz gemacht, nur gut dass er nicht seinen finger am abzug hatte. dann lief der andere zu mir hupte auch ein paar mal und dann liessen sie uns ohne passkontrolle durch.
also einfach bbei kontrollen die cow-horn anschmeissen und es passt schon. notfalls einen kleinen burnout um das volk zu belustigen, und die visa kontrolle bleibt aus.

auffällig ist, dass in pak überall menschen lebten und auch an der strasse was verkauften. hier ist das nicht so. hier gibt es strecken von 150km wo absolut nixhts ist und es auch nixhcts gibt...die strassen verlieren sich im horizont und die lkw brettern mit 120 durch die prairie.
auffällig ist auch die gute luft hier. nur wenige autos qualmen, selbst in innenstädten ist die luftqualität sehr brauchbar. ganz im ggsatz zu lahore und andere städte in indien/pak.

durch die wueste lut sind wir am 2. tag im iran gefahren. 52 grad sollen es gewesensein, stellenweise bestimmt mehr. ich hatte immer mein getöntes visier unten, sowie handschuhe an, da ich mir sonst die finger beim kuppeln verbrannt hätte. sogar das gummi von meinem outdoorhandy hat sich aufgelöst. mit offenem visier war es wie in der sauna. sehr trocken das ganze, aber man durfte keine metallteile anfassen. gab sofort brandblasen. ich kam erstaunlich gut mit der hitze zurecht. hat mich gar nicht so gestört, war die ganze zeit nur baff wie heiss es auf dieser erde sein kann. lange hose, ärmel und vollvisier helm halfen aber auch. ohne helm wäre ich wohl vom bike gefallen. gegen abend kam dann auch noch ein 70er gegenwind auf...
nachher haben wir gelesen, dass die wüste lut zu den lebensfeindlichsten gebieten dieser erde gehört.... den enfields hat die hitze gar nichts ausgemacht. die liefen ganz brav mit 80-90 grad öltemperatur vor sich hin...

bei bam haben wir uns dann ein etwas bessres hotel mit pool, sauna und whirlpool gegönnt. bam sieht schon fertig aus. ganze siedlungen an der strasse waren nur noch geröllhaufen. im hotel hingen bilder von der lehmzitadelle mit vorher/nachher ansichten... krass.

dann ging es über kerman nach yazd. um kerman gibt es riesige pistazien plantagen. yazd gefiel mir ganz gut.übershaubaar. die menschen sind nun etwas freundlicher, meist sogar sehr freundlich. und immer sehr hilfsbereit. problem ist nur die können alle kein englisch. und das macht vieles recht schwer.
in yazd ist mein kettenschutzhalter gebrochen. war grad dabei das ding auszubauen, schon standen wieder ein paar nette menschen um mich rum und kapierten wohl auch dass das ding kaputt sei. ich wurde gleich in ein hinterhof zu einem schweisser geleitet, der das ding ratz fatz ohne schweisserbrille repariert hat ( er mache das immer so, sein augen sind eh shclecht. woher das wohl kommt?). hielt zwar nur 4 tage, wurde aber hier in bijar auch schon wieder repariert, dieses mal mit versteifungsblech.mal sehen wie das hebt. für solche kleinen reparaturarbeiten wollen die hier an sich nie geld.

wir sind nun recht hoch hier. dadurch ist das klima viel angenehmer. nach bam war die fahrt schon fast kühl und ich hab jetzt meist meinen nierengut an. morgens könnte ich fast sogar schon meine jacke anziehen.

als vegetarier hat man hier ziemlich geloost. viel auswahl gibt es nicht. falafel haben einige, aber nicht alle, und denen zu erklären no meat, oder vegetarier ist nicht möglich. reis und eier, wobei denen die eier zu erklären auch nur mit zeichensprache geht.
ein chicken imitieren bääääg bäg bäck und so tun als ob es kackt, dann etwas rundes zeigen oder aufmalen. alle lachen immer aber es funktioniert sehr gut.

von yazd sind wir dann nach esfahan. ich konnte den andi dazu überreden mal eine kleinere strasse/piste zu fahren, und nicht wie sonst nur hauptverbindungswege. den weg ab aqda zu finden war schwer, da die polizei (die fahren hier übrigens alle e-klasse) uns probierte klarzumachen, dass der weg scheisse sei, und die autobahn viel besser sei...haben den weg dann doch gefunden, der anfangs noch asphalt war, dann aber bald schotter war und nach ner weile nur noch piste ohne schilder usw... nach ca 50 km (nach sonne orientiert, was gar nicht so einfach ist, da sie oft fast genau über einem steht) kamen wir zu einer art kleinen oase/siedlung von vielleicht 10 gebäuden.
die haben etwas verdutzt geguckt als der staub sich um unsere bullets legte, und als ich nach dem weg fragte wurden wir gleich zum tee eingeladen, daraus wurde dann gleich ein üppige mahlzeit mit vergorener ziegenmilich (was man nicht alles trinkt um nett zu sein) salziger saurer joghurt, tomaten und so zucker-ei gebäck. dann gab es noch einen rundgang in seinem garten und frische mandeln usw. der oberhaupt konnte etwas englisch und war unheimlich freundlich. wollte uns gleich einen mittagsschlafplatz im schattigen garten anbieten, gab uns dann noch eine handvoll frische mandeln mit, eine tüte eigener tomaten, sowie seinen salzstreuer. WOW.
auf dem land sind die menschen eben doch ganz anders als in städten. die scheinen sich dort auch komplett selbst zu versoregen mit ziegen, chickens enten usw. frisches wasser kam dort auch aus der erde. sehr lecker. wuestenwasser schmeckt leich süsslich.
eine erfahrung die ich wohl nie vergessen werde. wenn ich wieder mal in der gegend bin fahre ich auf jeden fall nochmal vorbei.

dann ging es auf pisten (teils sehr sandig, was gar nicht so einfach zu fahren war mit unseren hecklastigen bullets) weiter nach westen. die landschaft ist wirklich scjön, oft sehr karg, aber gut.
mitten im nichts stand eine 2/3tel verfallene karawansarei. dort scheinen auch ein paar menschen zu leben. war echt abgefahren, vorallem die ganzen gewölbe. aufs dach konnte man auch. das ding war riesig. ca 50 m auf 50 m denke ich

weiter richtung westen kam dann eine riesiger salzwueste an der wir entlang mussten. die strecke sah auf der karte irgendwie viel kuerzer aus und wir machten uns (allerdings unbegründet) schon etwas sorgen um leere tanks. so wirklich viel verkehr war dort auch nicht mitten im nichts. fanden aber dann doch ein paar menschen, die uns bestätigten auf dem richtigem weg nach varzaneh zu sein. irgendwo am ausgetrocknetem salzsee, fuhr ich wieder einhändig um mit der anderen hand ein paar pics zu machen kam dabei in eine sandverwehung die ddie bullet ordentlichvom kurs und von der strasse abbrachte. hab mich schon auf das hinfallen mental vorbereitet aber irgendwie hat sie sich dann doch noch gefangen, als ich zwei büsche plattgewaltzt hab. dummerweise bin ich bei der aktion wohl mit der digicam gegen den lenker oder spiegel geknallt und der vordere teil des objektives (die automatische linsenabdeckung) ist abgebrochen und fortgeflogen. hab zwar die meisten teile wieder gefunden, aber die kleine federn nicht mehr. nicht soooo schlimm, die cam geht noch.
beim anschauen der bilder am abend kam dann ein bild zutage, als die kamera durch den aufprall wohl sich von selbst ausgelöst hat (siehe bilder) man kann richtig sehen wie die 2 klappen und vordere runde abdeckung wegfliegen. hehehehe das fand ich richtig lustig

in esfahan wollten wir 2 tage bleiben, weil jeder und alle sagen esfahan sei so toll. naja,
verkehr wie sau. in indien und pak fahren die alle sehr chaotisch aber irgendwie achtet jeder auf den anderen.
hier im iran fährt jeder wie er gerade bock hat und achtet auf niemanden.
in esfahan ist es ncoh schlimmer. hab mich gleich gewundert warum alle autos verbeult sind.
in esfahan ist der strassenverkehr katastrophal. und wenn das jemand sagt der gerne motorradkurier fahrer in london war, dann meine ich das wirklich ernst. die fahren ohne augen, die drehen ohne zu gucken auf schnell befahrenen strassen 180 grad, fahren einfach mal so aus ne parklücke raus und bremsen nur wenn es eh schon zu spät ist. arrrrrghhhhhh und staus ohne ende.
esfahan ist richtig gross. könnte auch köln oder so sein. die geschäfte alle wie bei uns und sehr touristisch. dazu hat es noch 3 stunden und viele nerven gekostet ein hotel zu finden usw. alles in allem muss ich nie mehr nach esfahan. so toll waren die sehenswürdigkeiten wirklich nicht.

hier tragen die frauen alle kopftücher. sieht ziemlich bescheuert aus. vor allem beim skateboarden. entweder ich fahre skateboard ohne helm, mit helm, oder ich lasse es. aber nciht mit tuch ums hirn...
da laufen die frauen (haben übrigens zu 85% akne) modisch gestylt mit teueren schuhe, klamotten, jeans, schmuck usw rum um dann ein meist schwarzes tuch drüberzuhängen......hmmmm.... der iran hat zwar noch keine atomwaffen (deswegen ist der verlauf vom internet hier ja auch in ordnung---siehe letzten oder vorletzten beitrag---) , ist aber kein grund sich wegen fehlender verteidigung gleich so zu schämen, dass frau sich gleich hinter tücher verstecken muss. ausserdem ist verteidugung ja männersache. und die haben keine tücher obwohl die mit ihren vokuhila gel frisuren das viel eher nötig hätten!!!!
Bitte nicht alles bierernst nehmen.
;-)

esfahan liegt auf 1700m. klima ist angenehm warm, die landschaft wird nördlich davon auch viel grüner, es gibt wieder wälder und grüne felder. eine nette abwechslung zu den wuesten steppen davor. auf den berge liegt sogar noch schnee...
pappeln wachsen hier viel, die kleineren städte (die grossen meiden wir nun) sind teilweise richtig nett, mit freizeitparks, blumenanlagen usw. wenn nicht überall diese bekloppten autofahrer wären. und dann auch noch überall nicht gekennzeichnete speedbumps. da wird bei 80 selbst ne bullet schwach wenn sie ungebremst einen speedbump trifft.

von esfahan gings nach borujerd. die landschaft wird nun richtig nett. seit mitte pakistan haben wir kaum noch gruen gesehen. dafur war das hotel bescheuert. wollten erst 4.50 euro, dann 45 euro die nacht. die iraner briingen oft ihre 10er potenzen durcheineander.
haben uns dann doch noch geeinigt. naja... dann wollten die wiederum geld fürs frühstuck, was laut deren gestik doch dabei war...
anfänger....

am nächsten tag war unser ziel bijar, eher ein dorf. wir sind dieses mal über die hälfte nur schotterpiste gefahren...(ratet mal wer da lang wollte) knapp 100 km gut ausgebaute schotterpiste. die landschaft war gigantisch. hier ist wohl die kornkammer des iran. viele sanfte hügel a la odenwald mit ganz vielen gelblich ockerfarbigen tönen und felder. dann wieder richtig schroffe berge, wie monument valley und täler mit flüssen die sich richtig tief in die erde eingefressen haben. sieht aus wie marlboro country. und viele freundlich menschen, die einem mit ihren 125ern uns in die nächste stadt eskortieren soblad wir nach dem weg fragen, weil die bestimmt denken touris sind zu blöd sich zurecht zu finden. der eine hat uns dann auch gleich ins beste (einzige) hotel in bijar gebracht. das hätten wir nie gefunden. hier waren wohl noch nie touris. die menschen gucken uns teilweise an wie aliens. aber daran haben wir uns mittlerweile gewohnt.
ob das hier allerdings ein hotel ist ... keine ahnung. schon seltsam das teil hier. ist aber sauber und 5 euro für uns 3 ist auch ok.
mich würde die landschaft hier im frühjahr mal interessieren.

in 2-3 tagen werden wir in der türkei sein. da werden wir einen preisschock erleben. in pak haben wir zu dritt insgesamt (hotel, essen, benzin, geschenke,..) für ne woche grad mal 170 euro ausgegeben (ausgeben können), hier im iran etwa gut das doppelte (trotz teuere hotels manchmal)! in der türkei werden wir das wohl täglich schaffen.
aber dafür kann ich dann den adac anrufen, wenn wieder mal ne schraube abgefallen ist und der kettenschutz wieder mal reisst.