so,
In der nähe von thessaloniki hatte andreas einen recht heftigen unfall.
(ich habe den unfall im letzten reisebericht nicht erwähnt, weil wir elke und co nicht beunruhigen wollten...)
kurz vor thessaloniki haben wir getankt. Beim tanken fiel mir wieder mal diese luftpumpe auf, die ich an mein gepäckträger festgebunden hatte auf. Ich sagte zum andi (im spass), dass wir langsam mal einen platten haben sollten, damit ich dieses ding nicht umsonst die ganze strecke mitgeschleift habe!
Ca ne stunde später auf der autobahn/schnellstrasse fiel mir auf, dass andis hi-rad mal wieder etwas luft vertragen könnte, da es aber nur minimal war, und den meisten vermutlich gar nicht aufgefallen wäre, beschloss ich es ihm bei der nächsten rast/tanke zu sagen. Dann etwa 2 minuten später dachte ich, was macht denn der andi jetzt schon wieder für einen scheiss genau vor mir. Das er manchmal kurven auf gerader strasse fährt kann ich ja nachvollziehen (das machen die beim formel 1 ja auch immer) aber dieses mal sah es schon etwas arg heftig aus. Er kippte zuerst nach rechts, dann nach links, andi fiel dabei nach hinten von der bullet (alles bei ca 80/90kmh),dann kippte das bike nach vorne (highsiden heisst dass glaub ich?) und schmiss den moritz über den asphalt in den gegenverkehr, der zum glück gerade nicht da war. Im ersten moment dachte ich seine achse oder schwinge wäre gebrochen. So schlagartig verlief das ganze. Andi hatte meiner meinung nach mit dem ganzen gewicht und gepäch keinerelei chance das bike zu halten.
Ich bin beim ausweichen fast noch gg die betonleitplanke gefahren und dachte auweia. Das endet bitter.
Glücklicherweise standen beide recht schnell wieder auf und hatten nur prellungen und haben ziemlich viel haut auf der strasse gelassen.
Ein auto was anhielt rief eine ambulanz die wohl nur für leichentransporte ausgestattet war. Die hatten noch nicht mal mullbinden. Da ist das serienmässige bullet first aid kit besser bestückt! Kein witz.
Ich hab gleich mein desinfektionsspray rausgeholt und dem andi auf die wunde gesprüht. (hat mir mein zahndoc geschenkt zusammen mit einem satz betäubungsspritzen zum zähne ziehen falls es in der wildnis mal hart kommt, sowie einem crash kurs wo ich welchen zahn betäube. Im ernst. Wenn jemand geld sparen will. Zähne ziehen kann ich jetzt auch!!!) das spray war von der guten harten sorte. Andi (ich schätze ihn als recht hart im nehmen ein) hat echt sein gesicht verzogen und weigerte sich den anderen arm hinzuhalten. Moritz bekam das mit und war 100%ig dagegen dass ich mit dem zeug ankomme. Oder hatte ich doch das pfefferspray mit dem desinfektionsmittel vertauscht? Die flaschen sahen schon ähnlich aus???
Wer also faule zähne hat und auf schmerzen steht. Anmeldungen bitte im gästebuch notieren.
An der bullet ist das ventil abgerissen und sorgte somit für den schlagartigen luftverlust. Ich erinner mich noch in indien, wo ich dem andi sagte, dass die kontermutter vom ventil nicht an die felge anliegen sollte (so wie vorgefunden an den neuen bikes) sondern immer an die ventilkappe gekontert werden sollte. Sieht zwar dumm und unlogisch aus, macht aber technisch gesehen schon sinn. Ich habe das bei mir gleich geändert. Ich glaube andi hat es gelassen, bin mir nicht mehr sicher. Mein ventil hatte sich schon ein wenig schräg gestellt, dass vom andi hatte keine möglichkeit sich zu verschieben und trug dazu bei, dass das ventil ausriss. Die folgen waren fast verheerend.
Ich denke wir haben alle daraus gelernt, und ich habe an der nächsten tanke gleich meinen hinterreifen entsprechend korrigiert.
Bullets sind schon unverwüstlich. Ausser dem chrom lampenring (chrome dont bring you home again...) und der bremshebel war die bullet dank sturzbürgel unbeschädigt.
Auf einem campingplatz wurde uns zuerst ein staubtrockener platz zugewiesen. Da hätten wir ne hilti gebraucht um die heringe reinzubekommen. Erst auf anfrage bekamen wir etwas mit zumindest ein paar grassfragmenten. Dummerweise genau neben einer hellen laterne. Bulletfahrer sind kreativ. Innerhalb sekunden war der sockel der lampe mit bullet bordwerkzeug geöffnet und die stromkabel gekappt. Uns ging ein licht aus J
Ab meteora, dort wo die klöster auf den felsspitzen gebaut sind, bekam ich leichte vergaser probleme. Das kaltstartverhalten war eher miserabel. Ging zwar gut an, wollte aber auf den ersten metern gleich wieder absterben. Liegt vermutlich am schwimmerstand, evtl auch an schmutz der was etwas blockiert. Beim reinigen und nachstellen der schwimmerhöhe viel mir etwas dreck im leerlauf system auf (die leerlaufübergangs bohrung am schieber schien etwas sandig), aber ohne druckluft und bremsenreiniger konnte ich es nur provisorisch freipusten. Hat zwar geholfen, aber so ganz perfetk isses noch nicht.
Die strasse von meteora nach igumenitsa war saugeil. Ging zuerst richtig hoch und es wurde saukalt. Dann kurven bis zum abwinken. Und wenig verkehr dazu. Der himmel war mehr als blau und vor lauter kurvengedüse verging die zeit nach igoumenitsa wie im flug.
Dort gleich die fährtickets nach venedig gekauft und einen netten campingplatz gefunden.
Zu den mosquitos. Die gibt es irgendwie überall, und am abend 20 stiche wurden fast schon normal. Wehren hilft auch wenig. Einfach stechen lassen, ist die beste methode. Das jucken geht innerhalb ner stunde weg.
Auf der fähre angekommen war ich schnell von den arbeitern, die die autos und bikes festzurren begeistert.
Der eine hat es tatsächlich fertiggebracht das seil um die felge und um das ventil festzuzurren, so dass das ventil stark unter spannung stand. da wir ja nun alle ventil-vorbelastet sind wollte ich dem menschen freundlich erklären, dass es besser wäre das bike am sturzbügel festzumachen. Dieser dummer hafenarbeiter oda was das war kam mir gleich pampig und meckerte los. Nach dem motto machs doch selber...
Naja....wollte ich dann, was ihm aber auch nicht recht war. IQ=0 der hat gar nicht aufgehört dummes zeug zu labern. Ist das das vielberühmte griechische temperament?
Die küste von albanien sah vom schiff aus auch nach einer reise wert!!! War jemand schonmal dort?
Da wir so ziemlich als letzte auf das schiff kamen, waren die guten schlafplätze schon alle belegt. Wir beschlossen aufs oberste offene deck zu schlafen. Auf dem hartem stahlboden, der auch feucht war. Mit meiner dünnen alumatte ein eher interessantes unterfangen.
Nachts so gg 3 wurde der wind ultra heftig. Andi und moritz gingen dann rein ins schiff. Ich band dann meine schuhe und rucksach zusammen, legte mich drauf und harrte aus. (ich sehe gerade wie einige die mich kennen dazu typisch johnny vor sich hermurmeln) der wind wurde so fies, ich dachte der schlafsack zerreisst beim hin und her geflatter.
Der wind legte sich dann nach ner weile und ich habe die restlichen stunden angenehm geträumt!
Am nächsten morgen kurz vor venedig aufgewacht. Vom schiff noch die stadt bewundert und dann zurück zu den bikes, mit der hoffnung die stehen noch. Das taten sie auch und mein ventil war auch noch dran. Komischerweise war meine v-rad bremse irgendwie ausgehängt und blockiert. So als ob einer es probiert hätte den zug auszuhängen es aber doch nciht geschafft hat. Verdacht fiel natürlich gleich auf den IQ=0 depp.
Dann wollte ein andrer fähren-heine meine halbvolle wasserflasche entsorgen,die ich kurz abstellte und fing auch gleich an rumzumeckern als ich sie wieder wollte. Zum glück verstehe ich kein griechisch.
Das nächste mal schwimme ich lieber!
Wir sind dann richtung norden gefahren, an den 3 zinnen vorbei nach innsbruck. Wie die alpen aussehen muss ich ja nciht ins detail beschreiben....
Es war zwar wolkig und angenehm kühl, aber trocken.
wir sind die alte brenner strasse gefahren. Vor uns waren 6-7 deutsche biker auf grossvolumigen joghurtbechern unterwegs (gsx und vtr1000, ne sp2 glaub ich wars) die haben es nciht geschafft einen lkw bergauf zu überholen. Ich ganz frech mit der bullet an den 6 vorbei, den lkw auch gleich mitgenommen und schon war ich erster. Dann sekunden später zog andi auch vorbei, die joghurtbecher immer noch hinterm lkw zögernd.
Armes deutschland. Dabei bietet der adac doch für JEDEN fahrertrainings an. Allerdings ist es wiederum keine schande von einer bullet versägt zu werden, auch wenn man 120 PS mehr hat, oder?
Irgendwann auf der geraden haben die uns wieder überholt, aber sobald kurven kamen, waren wir wieder erster. Ich behalte meine bullet doch J
Andi wollte auf das gamsteinhaus fahren zum übernachten. Oben in luftiger höhe angekommen, hatte es leider wegen pensionierung geschlossen. Hmpf....
Schade, aber da wir ja flexibel sind und erfinderisch und anpassungsfähig, haben wir dort oben doch noch eine angenehme mögichkeit gefunden die nacht zu verbringen. Dumm dass man hier nicht alles schreiben kann, da es jeder lesen kann....
Next day war regen angesagt. Und zwar grossflächig. Hatten zwar vor noch eine rast einzulegen, bei dem cello-virtuosen jan mischlich oder dem russenjesus, aber irgendwie hatten wir dann auf einmal nicht mehr soviel lust auf regenfahrerei. Da fährt man um die drittel welt und erlebt dabei grade mal 3-4 stunden regenfahrt und dann daheim kübelts wie sau. Wer wollte eigentlich zurück nach monzernheim? Oder alsbach?
Nun ja, bei sinsheim haben wir uns getrennt. Die restlichen 50 km bin ich alleine gefahren. Etwas seltsam auf einmal ganz alleine unterwegs.
Noch einen schönen sonnenuntergang erlebt und schon war ich zuhause.
The end.
For now...