so,

von bijar ging es dann richtung nordwest nach orumijeh. anfangs war die landschaft wieder sehr marlboro prairie mässig, in den tälern grüne wiesen mit pappelwälder, sehr einladend zum zelten. viele vögel und raubvögel am kreisen. es gibt überhaupt viele geile vögel hier unten. störche auch.
hier fahren auch sehr viele alte benz. heckflossen und ponton rum. meist rostfrei, aber rundum leicht verbeult/verdengelt mit patina. sieht genau richtig aus. aber gelegtentlich kommt auch einer im top zustand vorbeigebraust.
kurz vor orumijeh sind wir an einem einem riesigem see vorbei. etwa so gross wie der bodensee, schätze ich mal.
in o. selbst hat unswieder mal die polizei geholfen ein hotel zu finden. neben dem hotel gab es eine pizzeria. pizza im iran...die idee gefiel uns. hat allerdings ein paar anlaufe gebraucht bis ich eine ohne fleisch hatte. konnte wieder mal keiner ein wort englisch. ich musste in die kuche gehen und mir die pizza selbst zusammenstellen, war gar nicht so einfach war, da der koch immer wieder schinken oder chicken drauf tun wollte.

dann haben wir einen passanten nach einem cafe internet gefragt. er wollte sich nicht die mühe machen es in seinem nicht ganz so perfektem englisch zu erklären wie wir hinkommen (seine freundin schien uns anscheinend viel besser zu verstehen, sie wollte aber nicht`? mit uns sprechen) , sondern hat uns gleich hingeführt. er fragte noch woher wir kommen und wo wir übernachten. er schien sehr verdutzt, dass wir in einem hotel übernachten, und fragte warum wir denn nicht bei ihm schlafen wollen. nächste mal vielleicht :-)
nach einer stunde etwa, wir waren noch im cafe internet, kam er wieder vorbei, war ganz glücklich uns noch zu sehen, ging zum chef, bezahlte unsere online rechnung, gab uns sein yahoo nick, und bedankte sich nochmals uns kennengelernt haben zu durfen. war uns schon sehr unangenehm, dass er uns das internet bezahlt hat... aber mit unseren ollen klamotten... da dachte er wohl wir könnten uns keine neuen klamotten leisten. wieder mal eine sehr nette begegnung. die menschen im norden scheinen netter und umgänglicher zu sein. an sich sind die iraner alle sehr nett, aber manchmal werde ich das gefühl nicht los die wollen uns veräppeln. (meist bei den jugendlichen in städten) liegt wohl eher an der sprachbarriere.

religion hin oder her. aber dazu verdonnert werden immer mit kopftuch rumlaufen zu müssen ist bescheuert und diskriminierend. was religion und glaube alles anrichten kann.

next day ging es richtung türkische grenze. da wir jeder noch ca 500000 rial hatten, beschlossen wir die letzte nacht noch auf iranischem boden zu übernachten und das geld auszugeben. die landschaft auf dem weg nach maku war sehr abwechslungsreich. wie in südfrankreich um sisteron und teile von zentralspanien. schroffe bergflanken, viele sonnenblumenfelder, kurvige strassen, ein bach war auch nie weit weg. aufm weg an einem fluss rast gemacht, noch einen steinwert melonen für 20 cent gekauft und verspeist. (die meisten haben für ihre waagen keine gewichte, sondern nehmen backsteine oder kl. felsbrocken)

maku, nahe der grenze hat es echt in sich. in einer schlucht gewachsen, links und rechts ragen die steilwände etwa 700 bis 1000 meter senkrecht nach oben. festungsreste sind noch hoch über der stadt im felsen sichtbar. wäre am liebsten mal mit dem drachen kurz runtergehüpft. als die sonne langsam unterging, reflektierten die felswände ein sehr bizarres licht ins tal. erstmal haben wir uns das bestausehendste hotel gesucht. ok, es gab nur 4. leider war das 3-bett zimmer nur 70000 rial teuer. also erst mal teueres softeis essen gehen und unmengen von pistazien kaufen. moritz putzt die weg wie ncihts. wir mittlerweile auch. dann beschloss ich neue kopfhöerer für mein walkman zu kaufen. konnte mich nciht entscheiden welche, also beide für35000 rial gekauft (klingen beide scheisse) dann noch den ganzen abend rumgesucht, hab es aber nicht geschafft auch nur die hälfte vom geld auszugeben. :-( irgendwie hatten die nichts kleines brauchbares teueres. und für teppeiche und so kram haaben wir nicht so wirklich viel platz mehr. haben ja schon tepiche dabei.
die bikes durften wir dieses mal ins foyer schieben. ist schon ein angenehmes gefühl morgens am tisch neben den bikes zu frühstücken. :-)

die iranische grenze ging recht problemlos. abgesehen von einem an sich sehr netten beamten, der uns wieder mal fragte ob wir hittlaer auch toll fanden und eine diskussion darüber anfangen wollte. ich hab die diskussion dem andi überlassen und er hat auch schnell davon abgesehen. im übrigen haben wir deutsche hier ein so hohes ansehen, da wir ihrer meinung nach ja auch arier sind....
unser carnet ist nun komplett gestempelt und erledigt. aber auf der türkischen seite haben die so richtig genervt. wieder mal alles durcheinander jeder wollte irgendein stempel irgendwohin haben und 16 millionen bearbeitungsgebühr wollten die auch noch. eine rechnung bekam ich nicht, obwohl ich echt pampig wurde. Wenn die ihr grenzbenehmen nicht drastisch aendern, dann kann ich einer privelegierten partnerschaft nicht so ohne weiteres zustimmen... zum glück war einer dabei, der uns immer sagte wo wir hin müssen. dachte der wäre von der grenze, entpuppte sich dann aber als schleuser/schieber typ und der wollte dann noch mind. 10 millionen honorar. ???
hätte der von vorneherein gesagt was sache ist, dass er uns hilft, es dadruch schneller geht und er dafür 6 euro oder so will, wäre es ja ok gewesen, aber so nicht. wir wollten losfahren und er hat dem andi immer den schlussel wieder ausgemacht. andi wurde echt sauer, aber der typ war echt penetrant. ich wollte dem typ auch kein geld geben, aber vernünftigerweise hat ihm andi dann irgendwann vor lauter generve dann doch 5 mille gegeben, damit wir weiter konnten.
ich hab ja schon in meiner tasche nach meinem pfefferspray gekramt damit ich ihm seine nasen und stirnhöhlen mit dem spray fluten kann!!!! oder ihm eine schöne kopfnuss mit meinem helm zu geben, besser beides, aber dann hätten wir die anderen 4 typen die rumstanden (auch so schleuser) auch vemöbeln müssen, und da wir ja nette menschen sind und moritz dabei war, haben wir es gelassen. aber wir kommen bestimmt wieder!

an der grenze war in sichtweite der ararat. ein sehr beindruckender berg, der über 5000 m hoch ist, und so ziemlich alleine in der landschaft rumsteht. beim fahren zieht er dich echt in seinem bann. hier soll irgendwo die arche noah rumliegen.

in douby... sind wir auf empehlung zu ishag paschasarei gefahren. eine alte festung aufm berg. sehr beieindruckend. die bilder sprechen für sich! dort gab es auch ein cafe. dort gab es BIER. mit alkohol . im iran gab es auch bier. aber nur alkfreien. erstaunlich viel jever fun dosen standen an den kiosken rum. hat schon irritiert: biste im iran in der wuste und überall steht jever bier...
jedenfalls gab es nun efes pils. haben gleich mal mittags 3 flaschen platt gemahct. und dann mit dem bike die serpentinen runter ins tal. das war bis jetzt das gefährlichste an der ganzen reise ;-)
dann im weiten bogen um den ararat richtung norden. es ist hier ziemlich gruen, und es wuchert auch grad so ein rotes zeuchs was die ganzen berge in rosa eerscheinen lässt. echt skurril.

hier in der türkei sind fast alle häuser glatt verputzt. im iran ist alles nur rauhes mauerwerk.

es gibt hier auch wieder recht viele militärkontorllen. die sind aber alle gut drauf, interessieren sich mehr für die bikes als für die pässe. ich könnt mich eh immer wegwerfen, wenn die meinen pass kontrollieren, sich das pic ansehen, dann mich angucken, mit sturmhaube, sonnenbrille und integralhelm auf. die sehen ja kaum meine nase... egal.
"hinter" dem ararat ging es von der hochebene, auf der wir uns seit tagen befinden, runter in die tiefebene. das war sehr ungewohnt mal wieder unter 1000m zu sein. die strasse nach kars war auch sehr nett. kaum verkehr, kurvig, griffiger asphhalt, die strasse ging ständig vom berg runter ins tal und wieder hoch. viele grüne wiesen, sah sehr nach schottischen highlands aus.
in kars erstmal getankt. der tankwart hat unsere bikes geshen und uns gleich ein paar neue bedruckte lappen geschenkt um die bikes zu putzen und ne runde pepsi ausgegeben. auf die frage wo ein hotel sei, hat er gleich rumtelefoniert und bestand darauf mit seinem auto vorzufahren. war auch gut, denn das hotel war ca 5 km weg und sehr schwer zu finden.
interessanterweise beachten die türken die ampeln auch nicht oder kaum.
in pak gab es so gut wie keine, und wenn dann wurden sie seltenst beachtet, auch wenn eiin polizist nebendran stand. die haben eh nur im chaos rumgepfiffen.
hier haben viele ampeln countdownzähler insekunden. und es fahren alle schon bei 7 oder 8 los.

im hotel angekommen (die treppenstufen hier sind fies. sind alle unterschiedlich hoch. dachte erst das bier wirkt noch...bemerkenswert war auch , dass im gesamten hotel kalt und heiss wasser vertauscht war. bedeutet, das klo spült mit heissem wasser und dampft ständig leicht) hatten wir den ersten regen im urlaub überhaupt. dafür aber einen richtigen frontdurchgang mit fast faustgrossem hagel. ich hatte angst um mein tachoglas, instrumente und tank. ist aber nicht passiert. enfields are built like a gun. steht zumindest aufm tank. stimmt auch, die autos neben uns waren danach gut verbeult.

hier laufen die meisten frauen oben ohne rum. ist irgendwie schon ungewohnt nach knapp 3 wochen mal eine frau ohne kopftuch zu sehen.

von kars ging es dann weiter richtung yussufeli. das erste stück weiter durch die highlands. ständig wechselnd zw 2600 und 500 meter. strassenzustand meist gut, aber auch hier gibt es schotterpassagen und immer wieder mal 60 cm tiefe schlaglöcher.
bis zum camlibel gecidi auf über 2600 war die landschaft grün und grasig wie in schottland. unmittelbar nach des pass trauten wir unseren augen nicht. es sah aus wie in den alpen. identisch. sogar die häuser werden hier gleich gebaut. abgesehen von der einen ode anderen moschee die rumsteht.auf den alpenfotos müsste das recht deutlich rüberkommen. die strassen meist sehr gut, teils eng und verwinkelt wie sau. 4/8 cumulus am himmel. die berge bis ca 3900 hoch. alles sehr schroff und seehhr sehr grün. ost anatolilen scheint nach einem bikerparadies. doch biketouren organisieren, wie lalli singh auch meinte??
in yussufeli gab es ein csmpplatz mit baumhäuseren. die haben wir gleich gebucht. war lustig. gebirgsbach rauschte neben an, eine paar plantagen zum selbstsbedienen auch mit pfirsiche, tomaten trauben...
und auch hier sind alle sehr nett, winken einem von der strasse aus zu und freuen sich mal endlich ein paar ordentlich laute bollernde bikes zu sehen. in deutschland werden unsere bikes vermutlich genau aus diesem grund beschlagnahmt. dabei heisst es doch loud pipes save lives was hier gar nicht so unwahrscheinlich ist.

next day ging es weiter durch die alpenlandschaft wieder auf 2640 hoch und danach runter zum karadeniz (schwarzmeer)
hier gibt es wahnsinnig viele bienenzüchter. um das schwarze meer wird auch sehr viel tee angebaut.
die gegend um trabson ist ziemlich verbaut und sandstrand gibt es auch kaum.
bei andis bike entwickelt sich zunehmend ein klackern vom motor.
haben uns deshalb ein hotel gesucht, wo wir mal nach dem motor schauen können.
dort sind wir dann 2 tage geblieben.
hotel war ganz brauchbar, mit terasse am wasser aber schon eigenartig. immer standen mind. 5 bedienstete rum obwohl fast keiner da war. alle haben in der rezeption gepennt auf sofas und alle 3 stunden stand ein andere an der rezeption. nie wusste ich wen ich ansprchen sollte. und reingeregnet hat es auch überall.
dafür hat es die nicht gestört dass wir dort den motor zerlegt haben. so einen richtigen fehler haben wir nicht gefunden, nur kleinigkeiten und mal prophylaktisch den kolben getauscht.

danach ging es richtung sinop.
nach ca ner halben stunde habe ich den andi verloren. ich bin rechts rangefahren um meine regensachen auszuziehen (sah zunächst nach regen aus, war dann aber doch besser als erwartet) und da hat er wohl gerade mich und einen lkw überholt.
keiner hats gemerkt. ich habe noch gewartet, da ich ja vor ihm war. bin dann zurück gefahren dann wieder vor, wurde noch in einer strassensperre 20 min aufgehalten und handy ging auch nihct.
um fatsa rum bin ich dann zum ersten mal in diesem urlaub so richtig nass geworden. der regen ist echt digital entweder nichts oder volle kanne. merkte erst ein paar tropfen dann plötzlich wasser aus eimern. dummerweise natürlich grad auf schnellstrassenabschnitt und bis ich mich unter dem nächsten baum retten konnen war die unterhose usw schon nass.
hielt nicht lange an, bin dann halt mal 2 stunden weitergefahren (dabei agbetrocknet) und hatte irgendwann gar keine peilung andi ist. er übrigens auch nicht wo ich bin.
mit hilfe vom internet und online sms an seine frau usw erfuhr ich dann, dass er mit motorschaden hinter samsun steht.
ich dann von unye schnell hingedüst im halbdunkeln und sah irgendwann sein bike am strassenrand stehen.
wir sind nun an einem sehr coolen campingplatz. zuerst dachte ich wir hätten ein platz a la riol / mosel erwischt, da gleich 1/2 platzwärter ankamen und pässe und kohle wollten. die sind aber doch ok, und hier gibt es alles. essen trinken (bier verboten, deswegen trinken wir dass hier mit tüten umwickelt wie in usa, riesenlanger leerer strand, schattige bäume, warmes wasser und ruhe.
noch bevor ich aufs konnte wollte mir eine oma gleich die zukunft vorraussagen und hat mir ne tüte nusse geschenkt. hier können auch einige deutsch und englisch. welch eine wohltat hier

amnächsten morgen gleich mal angefangen andis motor wieder mal zu zerlegen. haben einige geguckt und gefragt was kaputt sei. und was wir machen. die dachten wohl wir machen was kleines wie ölwechsel und haben nach 3-4 stunden echt dumm geguckt als dann hier alles zerlegt war, die kurbelwelle und getriebe ausgebaut war, das bike wie ein gerippe da stand und alles ölig zerlegt aufm camping tisch. der platzwart hat noch nicht mal gemekert, trotz ölflecken überall...
erste diagnose ist defektes KW-hauptlager. einer der bewohner hier kennt sich in samsun aus bot uns seine hilfe an.
ihn dort zu treffen war allerdings gar nciht so einfach. den ersten polizist gefragt, er kannte den treffpunkt auch nicht. dann hielt er ein sammeltaxi an und verdonnerte ihn uns in die nähe zu fahren, wo dann ein anderer taxifahrer uns half und irgendwann der vom campingplatz ankam. sehr chaotische aktion. hingefahren sind wir mit meiner bullet und der halbzerlegte moter hinten festgeschnallt.

zuerst mussten wir ein zahnrad abziehen (das einzige spezialwerkzeug was man braucht,, hatten wir leider nicht dabei)
nachdem wir in 5!!! werkstätten geführt wurden hatte einer etwas was fasst passte und er hat es dann schnell mit ner drehbank passend gemacht. dann hatten wir die KW in der hand. andi hat sich schon die 3 neuen hauptlager besorgt. (restbestände made in germany baujahr 1982) als wir die alten lager draussen hatten und die neuen drin dachten wir es wäre erledigt und wollten schon zurück wieder alles zusammenbauen. dann bemerkte wir dass das pleuellager auch ausgeschlagen war. supergau sozusagen.
also erstmal mit einer 20 tonnen pressen die KW zerlegen... dafür fand sich auch ein betrieb (hier sind wie in pak und indien auch alle werktsätten immer in einer gegend, somit muss man nciht immer durch die halbe stadt)
die waren alle viel zu hilfsbereit und haben in der hektit zwar den zapfen ausgepresst aber dabei auch das pleuel krummgedrückt. arrrgh.

Tja freitag der 13. eben!!!!!!!!
naja, jetzt hatten wir das defekte weissmetall gleitlager in der hand aber kein ersatz. zuerst wollte ein kühlerbauer!!!??? es neu auflöten, schickte uns dann zu einer echt professionell aussehenden motoreninstandsetzungsfirma
(wir mussten übrigens an jeder werkstatt tee trinken...)
die wollten dann erst die KW auf rollengelagert umbauen dann doch wieder weissmetal... und meinten wir sollten morgen mittag die fertige KW abholen. sowas würde bei uns 4 wochen dauern. Das pleuel hatt er auch gerade gehaemmert. Soweit so gut...

wir werden jetzt erstmal frühstucken (werden immer von unseren zeltplatznachbarn eingeladen und zwar richtig gut!!! die sind so nett hier stellenweise, ist mir fast peinlich) dann ins wasser springen und danach mal schauen was unsere KW macht. ich bin ja mal wirklich gespannt ob das was wird. so ne KW zu repariern und wuchten und geradezubiegen ist schon echte massarbeit und pfusch hält nicht lange.
wetter ist abgesehen von dem regen um fatsa echt super. blauer himmel, schwarzes wasser.
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